Vorname der Firma

9 06 2008

Unser neuer Stromversorger hat gegen manuelle Nachbearbeitung der Online-Verträge offenbar nichts einzuwenden. Wenn nicht als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, wie soll man es sonst verstehen, dass zu gewerblichen Verträgen kein Firmenname erfasst wird?

Auswahlfenster gewerblich oder privat

Anrede Firma - Vorname ?

Unter Umständen kann eine Firma natürlich einen Vor- und einen Nachnamen haben, aber welcher Teil als welcher verstanden wird, darüber gibt uns der Handelsregisterauszug gar keine Auskunft. Lediglich das Geburtsdatum – hier wohl das Gründungsdatum – ließe sich eindeutig daraus ablesen.

Oder soll hier der Ansprechpartner eingetragen werden? Aber warum sollte den Stromversorger interessieren, wann dieser geboren ist? Und läuft dann der Stromvertrag der Firma auf den Namen der Buchhalterin? »Herzlichen Glückwunsch, Frau Steppenzipp, Ihre namenlose Firma hat Geburtstag. Hoffentlich bleiben Sie uns zur Vorbeugung von Missverständnissen noch möglichst lange erhalten…«





Ready to Eat

10 01 2008

Costa Rica hat auch findige Marktingleute. Die Revolution des Jahres: verzehrfertiges Obst. Einmal auf den Gedanken gebracht, halte ich ja gerade eine Ananas eher für so verzehrfertig wie eine Backmischung, zumal ich beim Vietnamesen um die Ecke Ananasschnitten in Plastikfolie bekomme. Aber stimmt schon: die müssen ja auch vorher ausgepackt werden.

Ready-to-Eat-Pineapple
Praktischerweise wird auf der Rückseite erläutert, wie wenig Handgriffe erforderlich sind: Blattkrone abschneiden, halbieren, vierteln, Kern rausschneiden, mit einem scharfen gebogenen Messer aus der Schale schneiden und in mundgerechte Happen schneiden. Zippzapp – verzehrfertig, so einfach!

PS:
Ich hätte schwören können, neulich im Supermarkt hinter der Bürotür gehört zu haben: „Und, kaufen die uns das ab?“ – Also, ich kaufe euch gern noch eine ab. Allein wegen des Etiketts.





Am Pranger: print24.de

10 08 2007

Eine Papiermusterbestellung bei allen relevanten Discount-Druckereien mit Online-Bestellsystem. Eigentlich sollte die Aktion nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen, aber print24.de hat wirklich Nerven gekostet.

Der Menüpunkt „Muster“ ist leicht aufzufinden, aber dann schon die erste Hürde: Man muss sich registrieren.

Viel Formular für eine Mustermappe

Das umfangreiche Formular (ohne Pflichtfeldkennzeichnung) wird prompt von einem Banner überlagert, dessen Inhalt man – in Ermangelung des erwarteten X zum Schließen – studieren muss, um die Mechanik fürs Ausblenden zu ergründen.

Zweite Irritation: In vier Feldern steht „nur für Firmenkunden“, was aber nicht bedeutet, Privatkunden seien nicht erwünscht, sondern vielmehr, dass diese eingangs gesperrten Auswahlfelder lediglich bei der Auswahl „Firmenkunde“ relevant werden. Erst bei der Abfrage der Handynummer („falls gewünscht“) könnte es dem Kunden dämmern, dass alle andere Felder Pflichtfelder sind. Aber wozu sollten die mein Geburtsdatum benötigen?

Mein Geburtsdatum als Pflichtfeld?!

…Benötigen Sie aber.

Ferner auch meine Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Das Misstrauen ist begründet: Versteckt im unsichtbaren Teil einer Textarea ist voreingestellt, dass sie mir „Informationen per E-Mail senden“ dürfen.

Meine Einwilligung ohne mein Wissen

Eine juristisch bedenkliche Maßnahme, deren Möglichkeiten dann auch durch häufiges Benutzen der Adresse ausgereizt werden.

Wohlgemerkt: von allen Druckereien, die uns Mustermappen zuschickten, hat einzig print24.de eine „Schutzgebühr“ verlangt (gut, die wird bei einer Bestellung verrechnet – aber ich bin nach dieser Erfahrung nicht sehr geneigt, dort etwas zu bestellen).

Dafür waren dann aber auch die gelieferten Muster am wenigsten dem Zweck angemessen, denn die Information zur Beschaffenheit des Materials (Papiersorte, Grammatur, Veredlung etc.) ist nur mit der Lupe lesbar, sofern man den Ort der Information zwischen all der aufgedruckten Eigenwerbung überhaupt ausfindig machen kann.

Die ständigen E-Mails, die mich daran erinnern sollten, dass ich noch ein Guthaben habe, hörten dann auch schlagartig auf, nachdem ich diese Kritik mitgeteilt hatte. Bis dato habe ich darauf keinerlei Reaktion erhalten.





unNORMal

8 08 2007

Aus einer Kundenmail:

„Allerdings haben die WaWi-Rechnungen und Mahnungen keinen Kopf, der mit dem Umschlagfenster übereinstimmt. Aber die machen den größten Teil unserer Post aus.“

Es ist ein namhaftes Warenwirtschaftssystem, mit dem da gearbeitet wird. Kann mir mal einer erklären, warum so etwas Einfaches wie die Maße eines Normbriefs bei der Template-Erstellung keine Berücksichtigung fanden?





Dudendidum

1 08 2007

Duden 404Wer hätte das gedacht?
Duden steht nicht im Duden. Erwarte ich eigentlich zuviel von dieser Welt?

.
.
.
.
.
.
.





Ich hab kein gutes Gefüüüeel…

1 08 2007

…DIE kennen sich aus?
(behauptete jedenfalls derzeit die Werbung)

Mein Agenturalltag ist durchzogen von Realsatire. Echt jetzt, kannste eigentlich gar keinem erzählen. Hier, die Gelben Seiten® zum Beispiel. Ihr wisst schon: Die »machen das Leben leichter.« Das Leben anderer natürlich.

Was auf den ersten Blick unverfänglich klingt: die geben sogar Agenturprovision. Sowas bieten normalerweise Verlage Werbeagenturen an, weil die weniger Scherereien machen oder so (außer in Niedersachsen, aber das will ich an dieser Stelle nicht werten; erinnert mich bei Gelegenheit mal dran). Die Crux ist nur: die Provision will gar keiner haben. Keine Agentur ist auf die damit verbundene abstruse Arbeit scharf. Stellt euch das ungefähr so vor, als ob es für jeden Quadratmillimeter gelben Papiers eine andere Sonderregel gäbe, das kommt der Realität ziemlich nah.
Und für fast jedes Land ist ein anderer Verlag zuständig, der natürlich seine ganz eigenen Spezialsonderregeln hat. Also kaum glaubst du, jetzt hast du’s verstanden, gehst du nochmal neu in die Lehre. Obwohl… stimmt auch nicht ganz. Manche Verlage kooperieren miteinander. Ich weiß nicht, ob die Komik so nachvollziehbar ist, aber ich erzähl’s mal trotzdem:

Angenommen, wir haben da einen Kunden, der Niederlassungen in Hamburg und Niedersachsen hat. Von Berliner Erfahrungen vorgeschädigt, fragt man bei einem der beiden Verlage, hier jetzt mal (zufällig) dem Niedersachsener, direkt, ob es denn sein könne, dass man tatsächlich alle Verlage separat abklappern müsse und fällt auch prompt auf die »gute Nachricht« rein, weil es ja doch eigentlich so logisch erscheint, dass diejenigen die Leistung anbieten, die sich am besten damit auskennen: Aber ja, wir könnten die Anzeige fürs Hamburger Buch zusammen mit dem Buch Diepholz/Nienburg/Verden buchen, »kein Problem«.
Was ein Problem ist, ist ja bekanntlich Ansichtssache, aber ich glaube, ich habe die Vertrieblerin zum jetzigen Zeitpunkt immerhin überzeugen können, dass wir beide jetzt eins haben.

Sagen wir also, wir tun da ne bunte Werbeanzeige rein, zwei Spalten breit und vielleicht 155 mm hoch. (Fatal wär’s, bei solchen Verhandlungen in Zentimetern zu rechnen, Pharmakologen werden das nachvollziehen können.) Weiter angenommen, dass unser Kunde auch grad keinen Interesse an einem weiteren Firmenwagen hat, den er von dem Geld locker kaufen könnte. Die Vertrieblerin versucht mich zunächst mit ihrer Begeisterung anzustecken, wie außerordentlich günstig das doch sei, wenn man das mal auf den Tag umrechnet. (Wer, bitte, blättert täglich durchs Telefonbuch?)
Gutgut, also dann diese Anzeige mit den zwei unterschiedlichen Adressen… zu diesem Zeitpunkt hält die sachlich gestimmte Gesprächspartnerin es für angemessen, mich darauf hinzuweisen, dass wir es allein ihrer Kulanz zu verdanken haben, dass wir ins Hamburger Buch eine andere Adresse und Telefonnummer setzen, weil das »in diesem Fall ja auch wirklich sinnvoll« sei. (Ich möchte ihre anderen Fälle nicht kennen, glaube ich.) »Oha, na, das ist aber lieb von Ihnen, dankeschön!«

Leider gäbe es da aber ein kleines Problem. Die Niedersachsener Bücher sind vierspaltig gesetzt – die Hamburger Bücher hingegen nur dreispaltig. Ja, aber wie zum Teufel kann man denn dann die gleiche Anzeige dort platzieren? – Ja, eben drum. Also, wir müssten dann schon über die ganze Seitenbreite gehen. Koste ja auch gar nicht sooo viel mehr (Klimaanlage, Sitzheizung und Dachgepäckträger?)
In dem Augenblick wird mir klar, dass mein Kunde das Kombiangebot mit Superrabatt gar nicht so toll finden wird wie die geduldige Vertrieblerin in meinem Ohr…

Jetzt nehmen wir einfach jeweils drei Zeilen Text mit Telefonnummer. Von mir aus auch als Halbfettzeilen (Telefonnummern müssen nämlich halbfett, wissen Sie). Nach Ansicht der Vertrieblerin wird diese Unvernunft meinen Kunden ruinieren.
Aber das ist Ansichtssache, damit zumindest kenn ich mich aus.





Ungesund

31 07 2007

Als hätten wir’s nicht geahnt:
www.gesunder-menschenverstand.de – beim Discounter bestellt, aber nicht in Benutzung. Wie fast alles, was es geschenkt gibt…

gesunder Menschenverstand