Lucky Strike, Meilensteinmetz der Markenwerbung, hat eine neue Produktreihe im Portfolio: zwei Sorten “ohne Zusätze”. Doch, doch: Tabak ist schon noch drin. “Was war denn da noch wegzulassen?” ist allerdings eine berechtigte Frage, wirbt doch die British American Tobacco (BAT) seit vielen Jahren so erfolgreich mit dem Slogan “sonst nichts“, dass er bei vielen Einstellungstests für Werbetexter eine Rolle spielt.
Was unausgesprochen vor dem “sonst” steht, ist beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in der Tabakzusatzstoff-Datenbank nachzulesen. Ob die neuen Zigaretten tatsächlich ohne Zusätze wie Propylenglykol, Zellulosefasern, Kakaopulver, Lakritzextrakt, Natriumbenzonat und Konsorten auskommen, ist der Datenbank leider noch nicht zu entnehmen.
Dass aber die Werbung nicht ohne Zusatzstoffe auskommt, hat mich doch rechtermaßen entsetzt. Als Werberin hätte ich es als spannende Herausforderung empfunden, ein “noch weniger als sonst nichts” visuell umzusetzen, was der Markentradition angemessen gewesen wäre.Die Streuartikel (die mir mein Dealer freundlicherweise überlassen hat, weil er es zu peinlich fand, seine fachfremde Kundschaft damit zu überfrachten) in nur noch halbwegs naturbelassenen Bonbonfarben, kitzeln mit Blümchen und Sonnenstrahlen das Auge, als hätte der Marketingchef beim Sonderangebot für Whitespace-Eliminator, Starburst-Dust und Emotionator zugeschlagen.
Auf das Mousepad wurde sicherheitshalber draufgedruckt “Ohne Schnick. Ohne Schnack”, damit man’s auch merkt. Und was bitte soll dieses Trinkglas? “Ohne Henkel. Ohne Porzellan. Ohne Zuätze.” – Ohne Sinn. Ohne Verstand.
Das Feuerzeug für sich genommen beweist, dass man mit zwei Sorten Strukturlack nette haptische Ergebnisse erzielen kann. Zum Glück hat es sein aufgedrucktes Versprechen gehalten: “Da funkt es sofort”. Den Funken hat es gegeben. Sonst nichts.
